Joe Hills letzter Wille

Joe Hill konnte seinen letzten Willen über einen handgeschriebenen Zettel (siehe unten) durch einen Wärter aus der Todeszelle schmuggeln. Der Text wurde in den 1920er Jahren von Augustin Souchy und im November 2014 von Elmore Y. übersetzt.

Mein Letzter Wille

Mein letzter Wille ist schnell zu benennen
Wer nichts hat, muss sich von nichts trennen
Meine Sippe muss nicht jammern, nicht klagen
Rost setzt nicht an am rollenden Wagen

Mein Körper? Ach, wenn’s nach mir ginge
Wäre Asche die letzte Form meiner Dinge
Lasst lustige Winde über Länder sie blasen
Lasst Ruhe sie finden auf fruchtbarem Rasen

Vielleicht mag durch sie eine schwächelnde Blume
neue Blüten treiben, dem Leben zum Ruhme

Der dieses bestimmt und letztendlich will
Wünscht euch allen viel Glück

Euer,
Joe Hill

(übersetzt von Elmore Y.)

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Joe Hills letzter Wille

Mein Testament soll bescheiden und demütig sein,
Denn gar nichts auf Erden, ihr Freunde, ist mein.
Vergebens, ihr Lieben, ist all euer Klagen,
Bäume im Hagel, wie könnten sie Früchte tragen?

Mein Leib? Ich darf meinen Wunsch euch bekennen!
Lasst zu Asch, den Morschen, verbrennen!
Lasst Stürme und Winde durch Länder sie blasen,
Lasst Ruhe sie finden auf blumigen Rasen!

Vielleicht wird einst die sterbende Blume,
Noch irgendwann aufblüh’n, der Blüte zum Ruhme,
Zum Schluss: Glück auf! Dem, der es so will;
Mein letzter Wille ist’s – euer Joe Hill.

(übersetzt von Augustin Souchy)

joe-hill_last-will_handschrift

Das Original-Manuskrikpt von Joe Hills letztem Willen wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts vom Archivar der New Yorker Tamiment Library and Robert F. Wagner Archives, Michael Nash entdeckt. [27] Er fand den Zettel in einer Kiste untern einem Schreibtisch der New Yorker Zentrale der Kommunistischen Partei der USA als er Archivmaterial der KPdUSA in die Universität von New York überführen wollte.

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